Unser Blog aus den USA

Cornelia Vinzens (Alt) Mittwoch, 17.07.2013, Erster Festivaltag in Missoula
Heute hat das Chorfestival in Missoula begonnen. Anders als in Pocatello, wo wir uns eher früh am Morgen in der grossen Halle zum Tanzen und Singen trafen, konnten wir heute Morgen ein bisschen länger in den Betten der dritten Gastfamilien schlummern. Um 10 Uhr haben wir uns in einem Schulzimmer der Universität getroffen, um einige Lieder nochmals zu proben.

Danach gings in den Park gleich am Fluss, wo das Festival offiziell eröffnet wurde. Unter einem grossen Festzelt waren unzählige Essensstände, welche mit Gerichten aus Italien, Vietnam, China und vielem mehr die Gaumen aller nationalen und internationalen Gäste erfreuten. Bei über 30 Grad Hitze mischten wir uns unter die vielen Leute und suchten uns einen Platz im Schatten, um die Konzerte von Chören aus Finnland, Costa Rica, Südkorea, China, Kanada, und anderen Ländern zu hören. Nach sieben Chören waren wir endlich an der Reihe. Wir haben den Festival Sanctus, Halleluja und Ewigi Liebi gesungen. Besonders beim Solo von Hitsch und beim Rap der Tenöre bei Ewigi Liebe sind einige Leute fast ausgeflippt. Wir haben einen grossen Applaus bekommen.

Nach unserem kleinen Auftritt hatten wir einige Stunden Zeit mit der Gastfamilie. Nora und ich sind zum 93 jährigen Vater unserer Gastmutter gefahren und haben den Nachmittag im kühlen Pool in seinem Garten verbracht. Bei dieser Hitze die optimale Freizeitbeschäftigung.

Um 4:15 gab es dann noch eine kurze Probe und später sind wir in den Park gefahren, wo es Picnic für alle Chöre gab und anschliessend einige Konzerte. Es war ein herrlicher Abend, an dem es unter anderem und zur Freude vieler über 21 jährigen sogar Bier gab!

Ein gelungener erster Festivaltag mit viel guter Musik und viel Sonne. Wenn wir in der Schweiz schon keinen Sommer haben, dann wenigstens hier.

Mengina Gilli (Alt) Dienstag, 16.07.2013
Bereits nach einer Nacht mussten wir Dillon hinter uns lassen. Franziska und ich schmieden schon Pläne, wie wir hierher zurück kommen können. Wir könnten auf einer Farm woofen, via Internet arbeiten oder doch ein bed and breakfast aufziehen? Das Haus unserer Gastmutter war ca 20 km ausserhalb Dillon, inmitten von Kakteen, Kranichen, Rehen, Pelikanen und Eulen. Sieben Bergketten der Rocky Mountains, die sich Nord-Süd durch die USA ausbreiten, waren von hier aus zu sehen, Glen (unser neues Murmeltier, er kann den Chasper Chatschader-Pfiff) chauffierte uns nach Missoula, eine Stadt mit 80 000 Einwohnern und vielen Bäumen. Wie hier üblich, reihen sich Einfamilienhäuser an Einfamlienhäuser. Raumplanung ist den Amerikanern ein Fremdwort. Es wird da gebaut wo sich Land kaufen lässt. Anstelle einer Abfallverbrennung wird der Müll ausserhalb der Stadt auf einer Deponie gelagert. Die Gastfamilie ist sehr herzlichen. Diesmal mit Kolibris und wilden Rehen rund ums Haus. Die Rehe scheren sich mehr um die Katze als um uns. Wir durften die Mountainbikes ausleihen und genossen vor dem Nachtessen eine wunderschöne Fahrt durch den Föhren- und Tannenwald.

Andrea Gambon (Alt) Montag, 15.07.2013 Weiterfahrt nach Dillon
Heute mussten wir Abschied nehmen von unseren tollen Gastfamilien. Es sind einige Tränen geflossen! Danke nochmals für die eindrücklichen Erlebnisse, die wir in Pocatello erfahren durften. Einmal mehr hiess es Carfahren bei Temperaturen, die dank der Aircondition beinahe im Minusbereich angesiedelt sind. Die Landschaft hat sich verändert und nach einigen Stunden Fahrt kamen wir in Dillon, einem 5000 Seelen-Dorf, an. Es gibt hier nicht nur Cowboys, sondern anscheinend auch Antilopen.

Wir machten eine erste Stellprobe in der latexfreien High School und warteten dann auf unsere neuen Gastfamilien. Die erneute Unterbringung in einer Gastfamilie löste nicht bei allen Begeisterung aus, doch als wir uns nach dem ersten Kennenlernen wieder in der Kirche fürs Abendessen trafen, verkündeten nicht wenige, dass sie gerne länger hier bleiben oder gar nie mehr weg wollen.

Auch hier gab es ein riesiges Buffet, welches zur Hälfte mit Cookies bestückt war – natürlich homemade! Das Essen und der viele Zucker brachten unsere Lebensgeister zurück und so waren wir wieder fit für das Konzert. Das viele Reisen und die unzähligen neuen Eindrücke machen einem ziemlich müde und manchmal fällt es schwer, sich zum Singen zu motivieren. Aber nicht heute Abend! Der Saal war gut gefüllt, das hat uns beflügelt. Das Konzert lief gut und das Publikum dankte es uns mit einer Standing Ovation. Ein Heimwehschweizer aus Neuchatel hat dazu sogar eine Schweizerfahne geschwungen und sein Käppli mit einem Schweizerkreuz angezogen. Die Einwohner von Dillon waren begeistert und haben uns dies beim anschliessenden Apero mit Cookies und Lemonade gerne mitgeteilt. Besonders beliebt war auch unser Stand mit Bildern und Guetsli aus der Schweiz. Den weiteren Abend verbrachten wir mit unseren neuen Gastfamilien, die uns sehr verwöhnt haben.

Andrea Gambon (Alt) Sonntag, 14.07.2013 Abschluss in Pocatello
Heute durften wir viel Zeit mit unseren Gastfamilien verbringen. Doch zuerst nahmen wir an einem typisch (?) amerikanischen Gottesdienst teil. Dieser bestand grösstenteils aus Musik. Grosse Freude löste auch der offerierte Kaffee aus, denn dieser ist in den streng religiösen Familien nicht erlaubt oder man trinkt einfach braunes Wasser. Der Gottesdienst unterschied sich sehr von denen bei uns zu Hause. Man sang zusammen, hörte dem Klavier oder dem Bündner Jugendchor zu. Viel mehr als Musik und einer kurzen Predigt, in der grösstenteils Snoopy-Cartoons oder Witze über Atheisten als Metaphern dienten, gab es nicht. Speziell war auch die „Children’s Time“, während der alle Kinder nach vorne gebeten wurden und ihnen die geografische Lage der Schweiz erklärt und Bilder unserer Heimat gezeigt wurden. Als Belohnung erhielten die Kinder ein Schweizer Guetsli und durften dann weiter in den Kindergottesdienst ziehen. Die grossen sangen noch ein bisschen weiter und schüttelten sich fleissig die Hände. Einmal mehr zeigte sich das Publikum begeistert und überhäufte uns mit Komplimenten. Danach zogen die meisten mit ihren Gastfamilien weiter und verbrachten Zeit zusammen, bis wir uns um zwei wieder für ein riesiges Picknick in einem Park versammelten. Unglaublich, was da alles an Essen zusammenkam!

Unsere Leute verbrachten die meiste Zeit mit essen, reden, Foot- und Volleyballspielen oder Slacklinen. Auch für die kleinen Kinder waren tolle Unterhaltungsmöglichkeiten vorhanden. Besonders unterhaltsam war der Square Dance, bei dem man vor lauter „Dosiedos“ nicht mehr wusste, wo einem der Kopf steht.

Doch auch dieser Nachmittag fand irgendwann ein Ende und damit auch das Festival. Einige Gruppen tanzen noch traditionelle Tänze und danach wurde jeder Chor nach vorne gerufen und mit einem Gruppenfoto für jedes Mitglied und einem Fotobuch von Pocatello beschenkt. Es war eine tolle Woche in Pocatello! Wir haben viele neue, liebenswerte Menschen kennengelernt und sind noch immer erstaunt über die Friedlichkeit des Zusammenlebens. Man kann seinen Rucksack überall liegenlassen und muss keine Angst haben, dass etwas abhandenkommt.

Nach der Verabschiedung verbrachten wir Zeit mit unseren Gastfamilien. Wir zum Beispiel bekochten unsere Gastgeber mit Älplermagronen, welche ihnen (und uns) sehr geschmeckt haben. Danach hat uns unser Gastvater gezeigt, wie man ohne Zündhölzli Feuer machen kann und über diesem Feuer haben wir dann Marshmallows gebrätelt und diese, zwischen schokoladenüberzogene Kekse gelegt, gegessen (sog. „S’mores“, von „some more“-man kriegt nie genug davon). Amerikanischer geht’s wohl nicht mehr!

Tabea Stolz (Sopran) 13.07.2013
Hüt het en kli gmüetlichera Tag uf üs Jugendchörler gwartet. Am Morga isch individuelli Tagwach gsi, will ds offiziella Programm für üs erst am 2 am Nomi agfanga het. Einigi sind in dera Freiziit go shoppa, anderi hend mit da Gastkind gspiilt und wieder anderi hend eifach mol richtig lang usgschlofa.

Am 2 hend mier üs in der Jensen Hall troffa, zum Stellproba für ds Gsamtkonzert macha und üsi eigena drei Lieder nomol ds aluega. Nach dera kurza Prob vo „Ewigi Liebi“, „La sera sper il lag“ und „Swiss Quodlibet“ wo nu 45min ganga isch, hend mier scho wieder a Ziit gha, wo nüt bestimmts uf em Plaan gstanda isch. Barbeque inera grössera Gruppa, Ziit mit der Gastfamilia und viiles meh isch uf üsem Programm gstanda. Am halbi 6i hend mier üs, in der Jensen Hall iigfunda, zum ds zweita Gsamtwerk „Sing the world together“ ii ds studiera. Für das speziella Konzert hend mier als Jugendchor gfunda, mier leggend als Erkennigszeicha üsi Bündnertracht und d Kuttena ah. Am 7ni sind mier alli perfekt gstylet mit Zöpf in da Hoor, natürlich nu d Fraua, in Konzertsaal inna und hend der Start vom Konzert abgwartet.

Jeda vo dena 9 Chör het 10min gsunga und denn isch der nögsti dra ko. Dr BüJuChor isch als zweitletschta Chor dra ko, nach Costa Rica und vor Australia.

Nach da Australier sind alli Chör zäma uf d Bühni ufa und hend die zwei iigstudierta Lieder gsunga. Und den isch ds Konzert leider au scho fertig gsi. Ds schönsta vo dem Konzert isch gsi, dass mier ez endlich mol alli Chör singa ghört hend. Will bis hüt hemmer immer wieder dia glicha ghört gha und üs drum au uf das Abschlusskonzert gfreut gha. Aschlüssend an ds Konzert sind alli wieder zu ihrna Gasteltera hei und au scho bald in ds Bett, will morn au wieder es Programm uf üs wartet.

Livia Fasser (Sopran) Friitig 12.07.2013
Am 7.45 hämmar üs alli versammlat zuma Workshop. Mir händ üs zerst igsunga in da verschidana Stimmma, denn hemmer mitama luutta Hello de Direktor vom Mormonechor begrüasst. Er dirigiart am Samstig „Thou Gracious God“ am Abschlusskonzert vo allne Chör.

T’Costaricaner hend üs zeigt wia ma Salsa tanzt. Alli sind nur deta gstanda und hend zerst mal gsait:“ buo dia hend da Rhythmus aber im Bluat.“denn hemmer döfa erfahra wias isch mit Costaricaner und Costaricanerinna Salsa z tanze. Da Linedance het mega gfegt. Am Mittag hemmer de feini Lunch, wo üs t Hosteltara mitgeh händ, gnossa. Viel gjasst und Chartaspili hemmer gmacht, zäma mit Australier und Dütsche. Aschlüssend hemmer as Konzert gha verussa ufm Quad. Am Nammittag hemmer i da presbyterianische Chile nomal güüabt fürs Konzert vom Abig. Denn hemmer üssi Freiziit gnützt und sind zu da Wapitis, Kojote, Grizzlibära und no vielna andara Tiarli in Zoo. Zerst hemmer t Kojote nid gseh wills gregnet het und wos ufghört hät sind aber alli füracho. Am Abig simmer mit da Host Familys uf a Party wo live Musig gspilt het. Es isch zwar abiz a Teenie Party gsi aber mit da Linedances hets mega Spass gmacht. Am 12 i isch dia ganz Party aber scho wider z end gsi.

Flurin Devonas (Tenor) 11.07.2013 ds ersta grossa konzert
D Angelika,d Domenika, dr Pesche, dr Dave,dr Philipp und i sitzend gmüatlich ufm riisa soofa im keller vo üsra host family. mr hend grad as „guatnachtmümpfeli“ in form vo rindfleischiitopf und cinnamon-rolls gessa und sind widrmol richtig satt. Miar sind alli richtig kaputt nach dem harta tag:

Am 7ni hettemer sölla uufstoh abr mr hends doch erst uf di halb achti gschafft. Nach da frischa cinnamon-rolls und amna fruchtsalat ,jogurt und rüarai simmer denn doch no fast rechtziitig ufm universitätscampus iitroffa.

Nachma sehr abwechsligsriicha iisinga mit allna chör zemma, wo jeda chor a eigni iisingüabig presentiart het isch tanza agstanda. So simmr scho in nöchere kontankt koo mit da andra chormitglieder. Denn hemmr eigentlich wella a choreoprob macha doch denn sind scho d australier am „big fat pony“ spila gsii, so het sich dia proob doch um einigi minuta verschoba, will das spill kais definierts endi het. (as goht afach so lang bis kaina meh mag ummarenna.)

Will dr zimi nit umma gsii isch hemmr a choreoprob mitm Wildi gschmissa, damit mr am namitag meh freizit hend. Denn hemmr super guati macdonalds-burger kriagt und könna stopfa so vil mr hend wella. (zu dem ziitpunkt hammr nonid gwüsst, dasses zum znacht pizzahut pizzas git) zumna konzert vo da australierinna hemmr denn dr erst vedauigsversuach unternoh.

Nach freiwilligem koordinationstraining usma liad vom konzert simmr mitma extrabus ind mall gfahra wodra, womr hend dörfa üses geld uusgeh. Einigi vo üss hend grad mehreri paar schua kauft! (btw: d Angelika het di schönsta schua vo allna kauft!)

Mr sind denn mit dem bus widr zrugggfahra und hend di erst prob indr jensen hall gha und hend ds ersta mol dia super akustik am ganza körper gspüürt! Nachmn negsta fastfood hemmr no a letschti kurzi prob gmacht und hend üs endlich am publikum törfa präsentiara und d pola und di hübscha chinesinna törfa köra!

Alles in allem as wunderschöns resultat abr en richtig aastrengende tag.

Marco Anello (Tenor) 10.7.2013 Eröffnung des Festivals in Pocatello
Endlich ist es soweit, und das Festival in Pocatello startet! Am gewohnten Platz vor der Idaho State University trifft sich der Bündner Jugendchor und macht sich auf dem Weg zum Pebble Creek, einem Skigebiet auf 2600 Metern, wo wir dann auf die anderen Chöre treffen werden. Mit dem Bus ging es bis zur Talstation, von wo aus wir den Skilift nahmen – eine abenteuerliche und wackelige Fahrt, nichts für Sänger mit Höhenangst wie mich.

Pebble Creek

Am Ziel stand dann auch der Chor aus Hannover, der uns ganz herzlich begrüsste. Auch der australische Chor war da, den wir später dann hören durften. Von dort aus folgte ein Spaziergang zurück ins Tal. Obwohl viele nur mit Sommerschuhen und Sandalen unterwegs waren, überstanden wir den schönen Spaziergang ohne Probleme.

Bei der Talstation angelangt hatten wir schon mächtig Hunger und waren froh eine typisch-amerikanische Lunch Box zu bekommen. Der Sandwich war in nu verschlungen und der Apfel folgte zugleich. Nur mit den Chips und den Keksen wussten wir nicht sofort was anzufangen.

Anschliessend gab’s schon die ersten improvisierten Konzerte. Jeder Chor stellte sich kurz mit einem Stück aus ihrem Repertoire vor. Schon bald merkten wir, dass da echt fantastische Chöre aus aller Welt – Costa Rica, Polen, Georgien, China, Australien und natürlich Deutschland – angereist waren und ein breites Spektrum deckten. Auch wir stellten uns vor mit unserem Flagglied Butterfly, was sehr gut bei den anderen Chören aufgenommen wurde.

Badi

Als wir am frühen Nachmittag zurück nach Pocatello gebracht wurden, durften wir uns austoben. Die meisten gingen auch auf direktem Wege zum Freibad in Pocatello selbst. Ich muss euch nicht erzählen, wie es an einem sonnigen Tag im Freibad aussah – es war komplett überfüllt und platzte aus allen Nähten. Wir hatten jedoch Glück und konnten uns eine Ecke im Grünen ergattern. Die Details zur Badi erspare ich mir und lass das Bild für mich sprechen ;)!

Jensen Hall

Der Tag wurde dann mit dem Eröffnungskonzert in der Jensen Hall. Der Saal war wunderschön festlich geschmückt und auch die Rednern liessen der Musik den Vortritt, so dass wir bald im Genuss der australischen Klängen der Young Voices of Melbourne kamen. Mit unterschiedlichen rhythmischen und instrumentellen Wechseln ernteten sie vom ganzen Publikum grosse Begeisterung. Gefolgt wurden sie von einem Männer-Quintett aus Georgien, dem Choir of Evgeni Central Music School. Mit traditionellen Gesängen und ihrer ganz eigenen Gesangs-Technik wiegten sie uns redlich in sanfte Träume. Den Abschluss bildeten die einheimische Camerata Singers. Mit ihrem souveränen Auftritt und abwechslungsreichen Programm war dies ein absolut würdiger Abschluss für diesen ersten Tag des Festivals und lässt uns noch auf viele Stunden voller Musik und Spass hoffen.

Curdin, Caduff (Bass) 9.7.2013 Probetag und Rotary Konzert
Heute ist der erste Tag während unseres Amerika-Aufenthaltes, an dem der Gesang im Mittelpunkt steht. Begleitet von den Gastfamilien treffen alle Sängerinnen und Sänger pünktlich um 9:20 auf dem Campus der Idaho State University ein. Während unserer ersten Probe, welche bis um 11:30 dauert, haben wir einige Gastfamilien zu Besuch, so dass wir uns schon mal daran gewöhnen können, vor amerikanischem Publikum zu singen. Ein Grossteil der Probe besteht allerdings aus dem Einstudieren der Bewegungsabläufe, welche wir während verschiedenen Liedern zum Besten geben wollen.

Sowohl unsere gesanglichen als auch unsere choreografischen Fertigkeiten können wir bereits um 13:30 unter Beweis stellen, denn dann absolvieren wir zum ersten Mal ein Konzert auf amerikanischem Boden. Zu diesem 20 minütigen Konzert hat uns der Rotary-Club von Pocatello eingeladen. Nachdem wir dieses erste Konzert gut absolviert haben, gönnen wir uns ein Fast-Food-Mittagessen. Dieser Ausdruck wurde wohl sehr wörtlich genommen, denn uns sind gerade einmal 40 Minuten Mittagspause vergönnt.

Mit etwas Verspätung können wir den Probennachmittag in Angriff nehmen. Neben dem Wiederholen und Festigen aller Lieder, welche wir während den zwei Festivals singen werden, stand vor allem das Erlernen des „typisch schweizerischen Tanzes“ auf dem Programm. Nach anfänglichen Problemen sieht der Tanz nun bei allen mehr oder weniger elegant aus. Nachdem wir einige Informationen betreffend des morgigen Tages bekommen haben, endet die Probe pünktlich um 17:00.

Für den Abend haben sich einige Chormitglieder verabredet, um einen speziellen Glacé-Laden zu testen. Man kann verschiedene Softicemaschinen selbst bedienen und dann das Eis mit interessanten Details verzieren (Schokostücke, M&M’s, Gummibärli, Caramelsauce, Früchte etc.). Natürlich wurde mithilfe einiger Lieder auch die Akustik des Ladens auf die Probe gestellt und für gut befunden.

Franziska Meinherz (Sopran) 8.7.2013 Yellowstone National Park
Dem Jetlag geben wir keine Chance. Nach einer erholsamen Nacht bei unseren jeweiligen Gastfamilien treffen wir uns am Morgen um 7 und machen uns auf in Richtung Norden – wir wollen den Yellowstone National Park besuchen! Wie üblich in Amerika ist der Bus dank Klimaanlage massiv unterkühlt, aber angesichts des frierenden Chors lässt sich der Chauffeur schliesslich dazu herab, auf weitere Kühlung zu verzichten. Die trockenen Steppen Idahos und die im Halbkreis angelegten und von fahrbaren Bewässerungsanlagen automatisch bewässerten Felder sind für uns ein recht ungewohnter Anblick.

Am Parkeingang treffen wir Annie, unsere Führerin für den Tag. Mit ihr und tausend anderen warten wir gespannt auf den Ausbruch des Old Faithful – eines recht beeindruckenden Geysirs. Grosszügig spuckt dieser Geysir heisses Wasser und Schwefeldämpfe aus. Wir stellen uns der Aufgabe, einen Picknickplatz zu finden, welcher nicht allzu stark nach faulen Eiern riecht, und machen uns dann inmitten einer grandiosen Landschaft daran, die für uns von unseren Gastfamilien vorbereiteten Lunchpakete zu verspeisen.

Die Weitläufigkeit der Landschaft ist enorm. Schier endlose Tannenwälder und Lichtungen mit heissen Quellen, brodelnden Schlammlöchern und leuchtend blauen Tümpeln werden am Horizont vom Kraterrand des Vulkans, in dessen Mitte wir uns befinden, umrahmt. Vom Bus aus sehen wir eine Herde badende Wapiti-Hirsche, einen Bison und einen Raubvogel, der vergebens nach einem Fisch im Madison River taucht.

Der Busfahrer und die Führerin sind auch immer wieder willkommene Auskunftsquellen, wenn es darum geht, grundsätzliche Fragen zu den USA zu klären. Und auch sie scheinen sich sehr für die Schweiz zu interessieren und stellen uns viele Fragen. Aber gerade wenn es darum ginge, über Berge und Temperaturen zu sprechen, kämpfen wir mit den Umrechnungen von Fuss zu Metern und Fahrenheit zu Celsius. Aber nicht nur die Masseinheiten, sondern auch die unglaubliche Menge Platz sind für uns eine Umstellung. Platzsparen ist hier kein Thema. Parkhäuser braucht es nicht. Die Strassen sind sehr grosszügig angelegt. Und trotzdem ist noch alles leer.

Selina Sauer (Alt) 7.7.2013 Reise
Am Morgen um 6.00Uhr treffen sich am Flughafen Zürich ungewöhnlich viele bündnerisch sprechende, farbig angezogene junge Leute – der Bündner Jugendchor macht sich auf seine Reise über den Teich.

Gute Laune und fröhliches Lachen begleiten uns durch den Check In und die Passkontrolle. Durch die Sicherheitskontrolle kommen glücklicherweise alle und wir müssen niemanden zurücklassen.

Der erste Flug, führt uns nach Paris. Manche sehen den Eiffelturm zum ersten Mal, wenn auch nur von weitem.

Auf dem zweiten Flug, in einer grösseren Maschine, werden wir vom Captain an Bord herzlich empfangen. Glücklich so willkommen geheissen zu werden kuscheln sich manche in die Sitze und versuchen nach der kurzen Nacht in der Schweiz zu schlafen oder vertreiben sich die Zeit mit dem kleinen Fernseher, der jedem Passagier zur eigenen Verfügung steht. Es werden lange Stunden, die durch die nette Bedienung der Stewardessen sehr erträglich ist. Wir können England von oben bestaunen. Grönland liegt leider unter einer dicken Wolkendecke und Kanada ist das erste Festland nach einer langen Strecke Ozean. Die Sicht auf den Saltlake heisst für uns, dass wir bald am Ziel sind. Nach der Landung bedanken wir uns bei der Crew mit unserem ersten Gesang in den USA. Bündner Jugendchor meets Amerika!

In Salt Lake City haben wir nach etwa 10 Stunden Flug wieder festen Boden unter den Füssen. Wir werden von dieser Stadt mit warmen Temperaturen und unseren Chormitgliedern die bereits da sind begrüsst. Unsere Reise ist noch nicht zu Ende. Um nach Pocatello zu gelangen, liegen noch 3 Stunden Busfahrt vor uns.

Als wir in Pocatello ankommen, regnet es. Wie wir später erfahren, haben auch sie einen komischen Sommer und im vergangenen Monat hat es hier aussergewöhlich viel geregnet. Wir werden von den Einheimischen herzlich in Empfang genommen. Nach einer kurzen Begrüssung durch den Musikverantwortlichen des Festivals werden wir auf unsere Gastfamilien aufgeteilt. Und so geht dieser lange Tag zu Ende, jeder Bündnerjugendchörler in eine andere Richtung. Wir sind gespannt auf morgen…

6 Gedanken zu „Unser Blog aus den USA

  1. An Alle vom Buendner Jugendchor,

    Ich freue mich auf Euren Besuch in Missoula. Heute am 27. Juni wurde es so richtig Sommer hier. Die Vorbereitungen fuers Festival laufen auf Hochtouren und wir hoffen, dass das Wetter hier dann auch mitspielt.

    Bis bald
    Herzliche Gruesse
    Euer Betreuer (Liason) in Missoula
    Martin Horn
    (Heimwehschweizer (^_^)

  2. Zwei der Konzerte (Mittwoch / Samstag) in Idaho werden live gestreamt. EDT ist 6h nach der Schweizer Zeit. D.h. 8.30pm wäre 2.30 am Donnerstag in der Nacht… Die Links finden Sie unten.

    Idaho International Choral Festival
    OPENING CEREMONIES & CONCERT- scheduled to start at
    8:30 pm EDT on Wednesday, July 10, 2013 -http://new.livestream.com/accounts/4513958/events/2225654

    Idaho International Choral Festival
    GALA CONCERT – scheduled to start at
    9:00 pm EDT on Saturday, July 13, 2013 -http://new.livestream.com/accounts/4513958/events/2225891

  3. Wir wünschen dem Bündner Jugendchor weiterhin einen schönen Aufenthalt in Amerika und weiterhin erfolgreiche Konzerte!

  4. Vielen Dank, dass wir an euren Erlebnissen teilhaben dürfen. Es tönt ja super!:-)
    Ich freue mich immer riesig, etwas von euch zu hören!!!
    Ganz herzlich

    Nadine und Berni

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